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Eyjafjöll-Gegend – Natur und Geologie

Natur und Geologie von Eyjafjöll haben viel zu bieten. Die Region mit dem Vulkan Eyjafjallajökull und dem Geothermalschwimmbad Seljavallalaug kombiniert verschiedene Landschaftsformen angefangen mit den schwarzen, basaltischen Sandstränden und dem saftig grünen Tiefland, über die bizarren Berghänge und Gipfel bis zu den alles überragenden Gletschern. Die küstennahen Sandwüsten sind über Jahrhunderte hinweg durch kräftige Schmelzwasserfluten geformt worden, die durch Ausbrüche unter den Eiskappen der Vulkane Katla und Eyjafjallajökull entstanden waren.


Die verbreitetste Gesteinsart der Region ist der Hyaloklastit, ein durch subglaziale Eruptionen entstandenes glasiges Aggregat. Die Berge wurden stetig durch Wind, Wasser und Eis erodiert und geformt. Die Region ist reich an kleinen Flüssen und Bächen, und hat viele sehenswerte, tief eingeschnittene Schluchten, die durch Flusserosion entstanden sind. Hinzu kommen die Wasserfälle in der Gegend Eyjafjöll, die zahlreicher und vielfältiger als in anderen Landesteilen sind. Zu nennen wären die beiden jeweils 62 m hohen Wasserfälle Seljalandsfoss und Skógafoss, die Zeugen bemerkenswerter Naturkräfte sind. Aber auch die vielen anderen Wasserfälle stehen ihnen in nichts nach.

Die Region Eyjafjöll hat einige geothermische Naturschätze aufzuweisen, die in jüngster Vergangenheit zu Heizzwecken nutzbar gemacht worden sind. So findet sich oberhalb des Hofes Seljavellir ein einzigartiges Schwimmbad aus dem Jahre 1922. Es wurde direkt in den Fels gehauen und wird daraus mit heißem Wasser gespeist. Besucher, die den Gletschern gerne näher kommen möchten, können den Sólheimajökull, einen südlichen Ausläufer des Mýrdalsjökull, sehr leicht erreichen. Gígjökull, ein nördlicher Ausläufer des Eyjafjallajökull, ist leicht über die Straße in die Þórsmörk, einem malerisch von hohen Bergen gesäumten Tal, zu erreichen. Es gilt als eine der herausragenden Naturschönheiten Islands.

Die meisten isländischen Vogelarten können in der Gegend Eyjafjöll beobachtet werden, wie z.B. Goldregenpfeifer, Regenbrachvogel, Austernfischer, Kolkrabe, Rotschenkel, Bekassine, Graugans, Große Raubmöwe, Schmarotzerraubmöwe und viele andere mehr. Der Polarfuchs ist hier heimisch, aber eher in abgelegenen Bergregionen fern der Zivilisation anzutreffen. Seehunde können an der Küste, besonders im Mündungsbereich des Flusses Jökulsá im Sólheimasandur, erspäht werden.

Die Vegetation der Region ist ebenfalls sehr vielfältig. Wildblumen wie Storchschnabel, Butterblume, Löwenzahn, Engelwurz usw. sind verbreitet. Das Klima von Eyjafjöll ist relativ mild. Es ist die Region Islands, in welcher der Frühling zuerst anklopft.

Geschichte der Region Eyjafjöll

Der bekannteste Erstsiedler der Gegend ist Þrasi Þórólfsson, der einer Legende nach eine mit Gold gefüllte Schatzkiste unter dem Wasserfall Skógafoss versteckt haben soll.

Es ist relativ wenig bekannt über die Geschichte der Region von der Besiedlungszeit um 900 bis ins Jahr 1703, als die erste Volkszählung des Landes die Region Eyjafjöll mit 1069 Einwohnern zu einer der am dichtesten besiedelten Gegenden Islands auswies. Zu dieser Zeit betrug die Gesamteinwohnerzahl des Landes etwas mehr als 50000; folglich lebten mehr als 2 Prozent in Eyjafjöll. Die Region weist ertragreiches Agrarland auf mit reichen, küstennahen Fischgründen, so dass die Lebensbedingungen damals besonders günstig waren. Zu dieser Zeit waren die meisten Farmer Landpächter, die ihre Höfe von den zwei großen Landbesitzern, der Kirche und dem dänischen König und Landesherren Islands, gemietet hatten.

Nur ein Bauer in der Region besaß sein eigenes Land. Isländer führten ein hartes Dasein als Bauern. Die Bevölkerungszahl veränderte sich kaum bis 1900; zu dieser Zeit führten die Entwicklungen in der Fischerei und Wirtschaft und die damit verbundenen sozialen Veränderungen zu einer massiven Abwanderung in die aufkommenden Städte und Dörfer an der Küsten auf der Suche nach Arbeit. Viele Bewohner von Eyjafjöll zog es auf die Westmännerinseln zu Beginn des 20. Jahrhunderts, als motorisierte Boote die Fischereiindustrie revolutionierten und ein wichtiger Fischereihafen auf den Inseln entstand. Wie oben erwähnt, finden sich in den Küstengewässern reiche Fischgründe, und die örtlichen Bauern fischten dort intensiv.

Die Fischerei leistete einen wichtigen Beitrag zum Lebensunterhalt Eyjafjoll Hrutafell
der Eyjafjöll-Bewohner; besonders in schwachen Erntejahren in der Landwirtschaft. Die isländische Südküste hat keine natürlichen Häfen, weshalb die Fischer ihre offenen Boote von den Sandstränden ins Meer schieben mussten, den Wellen des offenen Meeres ausgesetzt. Die Region lag relativ abgelegen, abgeschnitten durch die beiden Flüsse Markarfljót im Westen und Jökulsá im Sólheimasandur im Osten.

Bis zum 20. Jahrhundert waren auf Island weder Straßen noch Brücken zu finden und man musste zu Fuß oder per Pferd reisen, wie auch Flüsse furten. Die ortsansässigen Bauern handelten intensiv mit den Westmännerinseln. Im Allgemeinen legten sie am Abend vom Strand Fjallasandur ab und erreichten die Inseln am darauffolgenden Morgen. Man sagte, dass eine Überfahrt bei ruhiger See vier Stunden Rudern erforderte, wobei eine ruhige die See die Ausnahme bedeutete. Sie verbrachten den Tag mit Warenhandel und Verwandtschaftsbesuchen. Wenn ihre Einkäufe auf dem Boot verstaut waren, wurde am Abend zurückgerudert, um das Hauptland bei Dämmerung zu erreichen. Solche Reisen waren jedoch von Wetterumschwüngen und sich veränderten Seebedingungen begleitet. Bei schwerer See konnten die Eyjafjöll-Bauern nicht zurückkehren und waren oft für längere Zeiträume auf den Westmännerinseln gebunden.

Ihre Familien Zuhause hatten natürlich keine Ahnung, ob sie noch am Leben oder tot waren. In einem Fall mussten die Fischer sogar bis zu 13 Wochen also mehr als vier Monate auf den Westmännerinseln gezwungener Maßen ausharren. Heutzutage ist die Zahl der Bewohner von Eyjafjöll stark zurückgegangen: Die Region hat weniger, dafür größere Bauernhöfe. Die meisten verdienen ihren Unterhaltung mit Milchwirtschaft, aber auch einige mit Schafhaltung. Seit ein paar Jahren spielt der Tourismus eine wachsende Rolle und dieser Trend wird auch ohne Zweifel in der Zukunft anhalten.

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